Weihnachtsmärkte

Glühweintrinken, Bummeln und sich an der Dekoration erfreuen - so ein Weihnachtsmarktbesuch hört sich im Prinzip ganz toll an. Deshalb war ich in meinem Leben wohl auch schon so oft auf Weihnachtsmärkten. Mit Kollegen, Kommilitonen, Freunden - man geht einfach hin und hat es schön.  Oder?

Erst dieses Jahr habe ich das Konstrukt für mich selbst in Frage gestellt. Das Problem: Ich mag weder Wein, noch Menschenmengen, geschweige denn kitschig-verklärte Weihnachtsromantik. Ein wahrer Befreiungsschlag ist deshalb nun die Selbsterkenntnis: Ich mag keine Weihnachtsmärkte!

Was für ein Frevel - Ich höre in meinem Kopf schon die entrüsteten Rufe: „Wie kann man keine Weihnachtsmärkte mögen?“ Und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll in der Litanei. Bei abgefrorenen Zehen? Klebrigen Kinderpunsch-Händen, bekleckerten Hosen oder „Last-Christmas“-Genudel? Gedränge an den Theken, Gerempel an den Tischen? Pseudo-Kunsthandwerk-Konsum made in China? Allein der Gedanke an die Bemühungen, sich in einer Gruppe beim Schlendern nicht im Gewimmel zu verlieren - beziehungsweise sich alle paar Minuten wieder per Handy abstimmen zu müssen - treibt mir Schweißperlen auf die Stirn. 

Umso erleichterter bin ich, mir diese Aversion gegen den Advents-Kirmes endlich einzugestehen. Auf die Frage, ob man zusammen auf den Weihnachtsmarkt gehen solle, einfach mal ehrlich antworten: „Nein! Ich mag keine Weihnachtsmärkte!“ Lasst uns doch lieber Kaffee trinken und Kuchen essen gehen.

Schaut von oben hübscher aus als von Mittendrin: Ein Christkindlesmarkt.
Von Roland Berger - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0



Hier sollte der Beitrag eigentlich enden. Knackiger Schlusssatz und so. Tja, nichts mit journalistischen Grundsätzen hier. Ich muss euch doch noch wissen lassen, wo ich am Sonntag sein werde. Ich fahre mit dem Zug zwei Stunden nach Ulm, um mich mit ehemaligen Komillitonen zu treffen. Ratet mal wo. Bingo! Da seht ihr mal, wie gerne ich die mag, dass ich sogar für sie auf den Weihnachtsmarkt gehe.

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