Wut


Es beginnt mit einem flauen Gefühl, einem zaghaften Rumoren unterhalb des Bauchnabels.
Dann bewegen sich die feinen Tentakel, laben sich am kochenden Blut. Das Monster ist erwacht und lässt mit Grausen seine Fühler durch den Körper wabern. Sie sind heiß und kalt zugleich, die Tentakel der Wut. Schweiß gepaart mit Gänsehaut. Da legt das Biest schon die Klauen um den Hals, drückt zu, bis alle Luft wegbleibt, der Körper hilflos zittert. Dem Mund, zum Schrei geöffnet, entweicht doch kein Laut.

Schnell, die Augen schließen! Schnell, bevor die Tentakel spitz die Netzhaut durchstoßen. Schnell, bevor alle Welt das finstre Wesen sehen kann! Warten. Stille. Gefühle betäuben. Lächeln. "Nein, alles in Ordnung", sagen. Und hoffen, dass niemand die blutigen Spuren entdeckt, die die Fingernägel in der eigenen Haut zurückgelassen haben.

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