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Wut

Es beginnt mit einem flauen Gefühl, einem zaghaften Rumoren unterhalb des Bauchnabels. Dann bewegen sich die feinen Tentakel, laben sich am kochenden Blut. Das Monster ist erwacht und lässt mit Grausen seine Fühler durch den Körper wabern. Sie sind heiß und kalt zugleich, die Tentakel der Wut. Schweiß gepaart mit Gänsehaut. Da legt das Biest schon die Klauen um den Hals, drückt zu, bis alle Luft wegbleibt, der Körper hilflos zittert. Dem Mund, zum Schrei geöffnet, entweicht doch kein Laut. Schnell, die Augen schließen! Schnell, bevor die Tentakel spitz die Netzhaut durchstoßen. Schnell, bevor alle Welt das finstre Wesen sehen kann! Warten. Stille. Gefühle betäuben. Lächeln. "Nein, alles in Ordnung", sagen. Und hoffen, dass niemand die blutigen Spuren entdeckt, die die Fingernägel in der eigenen Haut zurückgelassen haben.

EM-Geeks

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Dänemark - Portugal hat gerade angefangen, und die deutsche Nationalmannschaft darf heute auch nochmal ran. Grund genug euch an meinen visuellen Gedanken zum EM-Logo teilhaben zu lassen. Erinnert euch das Logo nicht auch an Super Mario? Fleischfressende Pflanze + Pilz (der goldene passt besonders toll) + Fleischfressende Pflanze in blau: Fertig ist das Euro2012-Design. Zaubert mir jedes Mal, wenn es eingeblendet wird (Und bei der Liveübertragung wird es verdammt oft eingeblendet...) ein Grinsen ins Gesicht. Danke an den Geek-Designer! P.S.: Gibt es überhaupt außer mir Fußballschauende Nerds oder schließt das Eine das Andere eurer Meinung nach aus? *hm*

Groupiegeflüster

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Gestern Abend war es für mich einmal wieder soweit: Ich habe sämtliche Treueschwüre vergessen, mich neu verliebt und bin für ein paar Stunden ganz an den Lippen eines anderen Mannes gehangen. Es waren nicht irgendwelche Lippen, es waren die von Vincent Cavanagh - Sänger der Progressive Metal-Band Anathema. Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich so einen geistigen Seitensprung nicht das erste Mal begangen habe. Regelmäßig zaubern mir gute Konzerte ein dümmliches Grinsen ins Gesicht, ich fange an hysterisch zu kreischen und verliere jegliche Hemmungen, laut mitzuträllern. Dabei bekomme ich aber nicht nur bei jungen Männern Herzchen in den Augen - auch Frauen oder Herren älteres Semesters werden voller Inbrunst angehimmelt. Äußerst moralisch fragwürdig waren meine Gedanken vermutlich beim jüngsten Anathema-Konzert, bei denen ich nicht nur Leadsänger Vincent mit Blicken verschlang, sondern auch noch dessen Bruder Danny. Deshalb heute ein großes Danke an all die tollen Musiker, die mi...

Der Fluch des Berserkers

Nach einem äußerst motivierenden und inspirierenden Dragosien -Treffen gestern abend, gibt es eine kleine Planänderung für den Blog - heute gibt es zum ersten Mal auch Fiktion hier zu lesen: Eine Fantasy-Kurzgeschichte, die ich letztes Jahr mal geschrieben habe, und die eigentlich zu schade ist um auf meiner Festplatte zu versauern :o) Hoffe sie gefällt!  Sylvia --------- Der Fluch des Berserkers Als er seine Augen öffnete, drehte sich die Welt um ihn herum. Er blinzelt benommen und versuchte sich zu erinnern. Verschwommen tauchten Bilder von einem Kampf vor seinem inneren Auge auf: schwarz maskierte Gestalten, Schreie, Blut und Lysa. Lysa, sein Ein und Alles. Der blondgelockte Engel, der ihn trotz seines Makels innig liebte und bereit gewesen war, mit ihm zu ziehen. Jetzt erinnerte er sich wieder. Die schwarzen Männer waren gekommen und hatten sie mitgenommen. Letzte Nacht war es ihm endlich gelungen, ihr Versteck ausfindig zu machen. Mühsam und mit schmerzenden Gliedern r...

Nieder mit der Facebook-Chronik

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Ich bin Facebook-Stalker. So, jetzt ist es raus und alle können es lesen. Während ich sämtliche meiner Facebook-Einträge und -Freunde streng reglementiere und in Gruppen einordne, durchstöbere ich klammheimlich die öffentlichen Profile meiner Exfreunde. Beziehungen, Pinnwandeinträge, Lebensereignisse – ich sauge alles gierig in mich auf, um ständig auf dem Laufenden zu bleiben. Und wie gut das funktioniert! Heute erst habe ich die Hochzeitsvideos eines Verflossenen via Facebook erspäht und dabei noch herausgefunden, dass mein Ex Parkschützer in Stuttgart ist, Streuobst-Äpfel erntet und durch Fußballstadien tingelt. Das Profil von seiner Frau habe ich bei der Gelegenheit auch gleich noch mit inspiziert. Toll, wie offen die beiden ihre Beziehung leben. Privatsphären-Einstellungen sind der Feind aller neugierigen Exfreundinnen und sollten abgeschafft werden! Was mir gerade jedoch wirklich Sorgen macht, dass ist die Zwangseinführung der Facebook-Timeline. Eigentlich sollte man ja denke...

DAS ist der KILLER

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Der Franzose T. K. ist der Polizei schon bekannt.      © Guillaume Piolle / CC-BY-3.0 Karlsruhe, 24. Januar. Er ist weiß, schlank und trägt zur Tarnung eine blaue Kappe: Wir sehen T.K. aus Frankreich. Er steht unter dringendem Tatverdacht mehrere Personen ausgelöscht zu haben. DIE ERMITTLER SIND SICH SICHER: ER IST DER KILLER! Erst jüngst wurde ein trauriger Fall bekannt, für den T.K. verantwortlich gemacht wird: Lehrerin Stefanie H.* schildert unter Tränen: "Ich war mir sicher, ich hatte Max* am Freitag noch ins Klassenbuch eingetragen. Und am Montag war er einfach nicht mehr da!" Tragisch: Besonders bei jungen Schülern galt T.K. als Held. Laut Polizeibericht wurde unter Kindern und Jugendlichen seine locker-transparente Art geschätzt, mit der er sämtliche Spuren beseitigte."Es ist äußerst schwer, die verschleierten Tatvorgänge nachzuvollziehen", erklärt Polizeisprecher Hugo Meier*. Als Hauptmotiv für die Vorgänge in ganz Deutschland führt er Perfektionism...

Publikumsliebling

"Könnten Sie bitte die Zigarette ausmachen?" Als ich den angetrunkenen Mann in der Leipziger S-Bahn um diesen Gefallen bat, war von seiner Marlboro schon nur noch knapp ein Viertel übrig. Doch seinen Stummel wollte er offenbar nicht kampflos aufgeben. "Sie sind die einzige, die sich hier an meiner Zigarette stört", meinte er lallend und erklärte mir mit wenig deutlicher Aussprache, warum es sein gutes Recht sei, hier zu rauchen. In der Bahn war es inzwischen still geworden. "Uns stört es auch!", beteiligte sich ein Pärchen an unserem Zwiegespräch und ein Sitznachbar warf ein “Rauchen ist in der S-Bahn verboten!” Von der neuen Solidargemeinschaft abgeschreckt, suchte sich der Raucher direkt ein neues Argument. "Diese Ossis hier, alle Mitläufer!", wetterte er in stockender Betrunkenenlogik. Während ich als Badenzerin darüber nur lachen konnte, sah das ein älterer Herr vom anderen Ende des Wagons anders. Mit hochrotem Kopf verteidigte er die Ehr...